Hamburg, 31. März 2026 – Während draußen der hanseatische Frühling noch mit kühlen Böen kämpfte, entfachte das französische Duo EIHWAR im ausverkauften Club BETTY ein musikalisches Feuer, das die Grenzen zwischen archaischem Ritual und moderner Clubkultur sprengte. Im Rahmen ihrer „Pagan Folk Nights“ Tour machten die aufstrebenden Sterne des Nordic Folk Station in der Hansestadt und bewiesen, warum sie aktuell als eines der aufregendsten Projekte des Genres gehandelt werden.
Mira Ceti: Ein rituelles Erwachen
Den Abend eröffnete Mira Ceti, ein Projekt, das eng mit dem Kosmos der Kultformation Heilung verwoben ist. Mira Ceti ist kein klassischer Support-Act, sondern eher eine Hohepriesterin des Klangs. Mit einer beeindruckenden stimmlichen Präsenz, die von tiefem Kehlgesang bis hin zu ätherischen Höhen reichte, zog sie das Hamburger Publikum sofort in ihren Bann. Begleitet von ritueller Perkussion und atmosphärischen Klangteppichen schuf sie eine sakrale Intimität, die den perfekten Nährboden für das darauffolgende Beben bereitete.
EIHWAR: Wenn die Wikinger den Dancefloor stürmen
Nach einer kurzen Umbaupause änderte sich die Energie im BETTY schlagartig. EIHWAR betraten die Bühne – und mit ihnen der „Viking War Trance“. Mark und Asrua verkörpern eine wilde Symbiose: Während Mark hinter seinen Maschinen und Trommeln für die hypnotischen, fast industriell anmutenden Beats sorgte, dominierte Asrua mit ihrer wilden Bühnenpräsenz und einer Stimme, die mal wie ein Kriegsschrei, mal wie ein keltischer Zauberspruch klang.
Die Setlist war eine Reise durch ihr aktuelles Repertoir, wobei Songs wie „Völuspá“ oder das treibende „Berserkr“ für kollektive Ekstase sorgten. Was EIHWAR so besonders macht, ist der Verzicht auf puristische Lagerfeuer-Romantik. Stattdessen nutzen sie die Wucht elektronischer Musik, um die Energie alter nordischer Mythen in die Gegenwart zu hämmern. Das BETTY, bekannt für seine dichte Atmosphäre, erwies sich als idealer Kessel für diesen Hexengebräu aus Sound und Schweiß.
